Capatect ArmaReno 700

Mineralischer Werktrockenmörtel zur Verklebung von Dämmplatten, zur Herstellung von Armierungsschichten und zum Renovieren.

Verwendungszweck

Hochwertiger „ALLROUND-Mörtel", einsetzbar:
- als Dämmplatten-Kleber für Capatect-WDVS
- als Armierungsmasse (Grundputz) für Capatect-WDVS
- als Renoviermörtel zum Überarbeiten von alten, tragfähigen Putzflächen
- als Dünnschicht-Haftputz, z. B. für glatte Betonflächen ohne Sinterschicht
- als filzbarer Oberputz (ausgenommen Spritzwasser-Sockelbereich).

Eigenschaften

  • Mörtelgruppe PII nach DIN V 18550, Werktrockenmörtel kalkzement­gebunden.
  • Brandverhalten „nichtbrennbar" bzw. „schwerentflammbar" entsprechend dem Aufbau des jeweiligen WDV-Systems
  • witterungsbeständig
  • wasserabweisend nach DIN EN 1067
  • hoch wasserdampfdurchlässig
  • extrem spannungsarm durch Faser­zu­satz
  • leichtgängige Verarbeitung, manuell oder maschinell
  • gutes Standvermögen
  • lange verarbeitungsoffene Zeit
  • umweltfreundlich
  • Vergütungszusätze zur Hydrophobierung, geschmeidigen Verarbeitung und zur ­guten Haftung

Verpackung/Gebindegrößen

25 kg Sack, 15 kg EasyPak

Farbtöne

Weiss

Lagerung

Kühl, trocken und frostfrei. Orginal verschlossene Gebinde sind ca. 12 Monate lagerstabil.

Wärmeleitfähigkeit

λ = 1,0 W/(m·K)

Schüttdichte

ca. 1,5 kg/dm3

Diffusionswiderstandszahl µH2O

μ < 15

Wasseraufnahmekoeffizient

w ≤ 0,1 kg/(m2 · h0,5) nach SN EN 1062 – Klasse W3 (niedrig)

Produkt-Nr.

700

Untergrundvorbereitung

Allgemeine Hinweise:
Der Untergrund muss eben, sauber, trocken, fest, trag­fähig und frei von trennenden, bzw. haft­min­dern­den Rückständen oder Substanzen sein. Fensterbänke und Anbauteile ab­kleben. Glas, Keramik, Klinker, Naturstein, lackierte und eloxierte Flächen sorgfältig abdecken.

Dämmplatten-Verklebung:
Der Untergrund muss tragfähig sein und die gemäss System­zulassung geforderte Haftzugfestig­keit auf­weisen. Bei Altanstrichen ist die Ver­träg­lichkeit zu prüfen und gegebenenfalls eine Dübelung vorzusehen.

Armierungsschicht:
Eventuell vorhandene Versätze an den Stössen von Polystyrol-Dämmplatten planeben abschleifen. Schleif­staub restlos entfernen.

Renoviermörtel:
Mineralische Untergründe (Putz der Mörtel­gruppe PII oder PIII) nötigenfalls reinigen, um eine tragfähige Oberfläche zu erzielen.
Mineralische Untergründe (Putz der Mörtelgruppe PII oder PIII) mit leicht sandender Oberfläche reinigen und ­grun­dieren mit Sylitol-Konzentrat 111.
Altanstriche, festhaftend und nicht kreidend, z. B. mittels Hochdruck­wasser­strahlen reinigen.
Altanstriche, festhaftend mit leicht kreidender Oberfläche, z. B. mittels Hoch­­­druckwasserstrahlen reinigen und grun­dieren mit Sylitol-Konzentrat 111.
Altanstriche, nicht tragfähig oder ab­blätternd, sind zu entfernen. Flächen mit Putzrissen können nur dann sicher überarbeitet werden, wenn keine Riss­bewegungen mehr zu erwarten sind.

Dünnschicht-Haftputz:
Betonoberfläche nötigenfalls reinigen. Der Beton muss tragfähig, sauber und frei von losen Teilen sein. Trennend wirkende Substanzen (z.B. Schalöl, Fett, Öl, Altanstriche) entfernen.

Auftragsverfahren

Dämmplatten-Verklebung:
Polystyrol- und Mineralwolleplatten:
Den Frischmörtel in der Wulst-Punkt-Methode (am Rand umlaufend ca. 5 cm breite Streifen, plattenmittig 3 handtellergrosse Batzen) auf die Plattenrückseite auftragen (Klebe­kontakt­­fläche insgesamt ≥ 40 %). Bei Mineralwolle-Dämmplatten ist zur Sicher­stellung der Anfangshaftung der Mörtel als Haftbrücke zunächst dünn vorzuspachteln und scharf abzuziehen.

Bei der Dämmplatten-Verklebung können Unebenheiten bis ± 1 cm im Kleberbett aus­­geglichen werden. Die Dämmplatten im Ver­band von unten nach oben press­gestossen verkleben und gut andrücken. Keine Kleber­masse in die Plattenstösse bringen. Auf flucht- und lotgerechte Ver­legung achten. Vor der Weiterarbeit mind. 48 Stunden Stand­zeit einhalten.

Armierungsschicht:

Nach dem Anbringen des Kantenschutzes an Fensterleibungen und Kanten, sowie der Diagonalarmierung an den Ecken von Fassadenöffnungen ist die Armierungs­masse jeweils in Breite der Gewebe­bahnen aufzutragen und das Capatect Gewebe 650 mit mind. 10 cm Überlappung einzu­drücken. Nachfolgend nass in nass überspachteln, so dass eine vollflächige Abdeckung des Gewebes sichergestellt ist. Die Verarbei­tung kann wahlweise im Hand- oder Maschinen­auftrag erfolgen.
Die Armierungsschicht ist in gleich­mässiger Schichtdicke herzustellen. Das Gewebe muss mittig, bzw. im oberen Drittel der Schicht angeordnet werden. Die Schicht­dicke kann wahlweise bestimmt werden:
auf Polystyrol-Dämmplatten: 3-7 mm
auf Mineralwolle-Dämmplatten: 4-7 mm

Renoviermörtel:
Je nach Objektgegeben­heiten kann Capatect ArmaReno 700 verwendet werden zum:
- Beiarbeiten partieller Fehlstellen
- Abspachteln und Einebnen alter Struktur­putze
- ganzflächigen Überarbeiten renovierungs­­bedürftiger Putz- oder Mauer­werks­­flächen. Hierbei wird eine Gewebe­einlage empfohlen. 

Die Verarbeitung kann wahlweise im Hand- oder Maschinenauftrag erfolgen.


Oberputz:
Je nach Saugfähigkeit des Untergrundes und den Witterungs­bedingungen bei der Verarbeitung, ist ggfs. eine Grundierung mit Sylitol-Konzen­trat 111 vorzu­nehmen. 
Zur Herstellung eines gefilzten Ober­putzes ist Capatect ArmaReno 700 auf den vor­handenen Untergrund (Unterputz MG PII oder mineralische Armierungsschicht) in ca. 2-3 mm Dicke aufzuziehen. 
Im Ansteifungsprozess des Mörtels kann die Ober­fläche mit einer angefeuchteten Filz- oder Schwamm­scheibe überarbeitet werden. 

Hinweis:
Soll ein Wärmedämm-Ver­bund­system mit Capatect MW-Fassaden­­dämm­­platte 034 149 EXTRA, Capatect MW-Fas­­­saden­­dämmplatte 035 Flumroc COMPACT oder elasti­fizierten Capatect PS-Fassaden­dämm­platten mit einer gefilzten Oberfläche erstellt werden, muss neben der Armierungs­schicht auch der Oberputz armiert werden. Als Ober­putz ist zunächst 2-3 mm Capatect ArmaReno 700 ­aufziehen und das Capatect Gewebe ein­drücken. Nach Verfestigung dieser Schicht nochmals ca. 2-3 mm Capatect ArmaReno 700 auf­ziehen und im Ansteifungsprozess filzen.

Es ist unbedingt zu beachten, dass bei gefilzten Flächen infolge oberflächiger Bindemittelanreicherung (Sinterschicht) eine feine Schwundrissbildung nie gänzlich ausgeschlossen werden kann. Dies stellt keinen zu beanstandenden Mangel dar. 
Neue Putze sind nach ausreichender Stand­­zeit, in der Regel nach 2 Wochen, bei ca. 20° C und 65 % rel. Luftfeuchtigkeit, beschichtbar. Bei ungünstigeren Wetterbedingungen, z. B. beeinflusst durch Wind oder Regen, müssen deutlich längere Standzeiten eingehalten werden. 
Durch eine zusätzliche Grund­beschichtung mit CapaGrund Universal vermindert sich das Risiko von Kalkaus­blüh­ungen, so dass bereits nach einer Standzeit von 7 Tagen die Schlussbeschichtung mit 2 Anstrichen ThermoSan oder AmphiSilan erfolgen kann.

Dünnschicht-Haftputz:
Auf Beton ohne Sinterschicht ArmaReno 700 mind. 5 mm dick auf­tragen und mit einer groben Zahntraufel durch­kämmen bzw. mit einem Besen aufrauen. Erhärtungszeit = ca. 1 Tag pro mm Schicht­dicke, bevor der Unterputz aufgetragen wird.

Verbrauch

Dämmplattenklebung (untergrundabhängig):
Wulst-Punkt-Methode: ca. 4,0-4,5 kg/m2

Armierungsschicht:
Je mm Schichtdicke ca. 1,3 kg/m2


Renoviermörtel und Haftputz:
Je mm Schichtdicke ca. 1,3 kg/m2

Oberputz gefilzt:
Ca. 4,0-4,5 kg/m2 bei 3 mm Schichtdicke


Bei diesen Verbrauchsangaben handelt es sich um Richtwerte; objektabhängige oder verarbeitungsbedingte Abweichungen sind zu berücksichtigen. Exakte Werte sind sind durch Arbeitsproben am jeweiligen Objekt zu ermitteln.

Verarbeitungsbedingungen

Während der Verarbeitungs- und in der Trocknungsphase dürfen die Umgebungs- und Untergrundtemperaturen nicht unter +5° C und über +30° C liegen.
Nicht unter direkter Sonneneinwirkung, bei starkem Wind, Nebel oder hoher Luftfeuchtigkeit verarbeiten.

Trocknung/Trockenzeit

Bei 20° C und 65 % relativer Luftfeuchtig­keit ist die Armierungsputzschicht nach 24 Std. oberflächentrocken.

Werkzeugreinigung

Sofort nach Gebrauch mit Wasser.

Ansetzen des Materials

Capatect ArmaReno 700 kann mit allen gängigen Durchlaufmischern, Schnecken-Förderpumpen und Putzmaschinen ver­arbeitet, aber auch manuell mit einem kräftigen, langsam laufenden Rührwerk mit sauberem, kaltem Wasser zu einer ­klum­pen­freien Masse angeteigt werden. Das angeteigte Material ca. 5 Minuten ­reifen lassen und nochmals kurz durch­rühren. Falls erforderlich ist die Konsis­tenz nach dieser Reifezeit mit etwas Wasser nachzustellen.
Wasserbedarf ca. 5-6 l je 25 kg-Sack.
Nicht mehr Material anmischen, als in 2 Stunden verarbeitet werden kann.

Witterungsabhängig beträgt die Ver­arbei­tungszeit bei manuell angeteigtem Material max. 2 Stunden, bei maschineller Förde­rung max. 60 Minuten. Bereits ange­steiftes Material keinesfalls mit Wasser wieder gangbar machen.

Beispiel für Maschinenausrüstung

Durchlaufmischer Calypso 15 mit Standard-Dosier- bzw. Mischwelle und Förderpumpe Speedy 15 mit Schneckenteil 1/1 Leistung.

Wichtige Daten:
Bitte unbedingt die Richtlinien des Maschinenherstellers beachten!

Elektro-Anschluss:
jeweils 400 V Drehstrom/16 A (Baustromverteiler mit FI-Schutzschalter)

Wasseranschluss:
Schlauch 3/4″ mit GEKA, erforderlicher Wasserdruck bei laufender Maschine mindestens 2,5 bar

Wasserdurchfluss:
Zum Kleben ca. 330 l/h. Die gewünschte Konsistenz ist am Feinregulierventil der Wasserarmatur des Mischers einzustellen.

Förderschläuche:
Anfangsschläuche, Innen-Ø 35 mm, je 13,3 m
Endschlauch, Innen-Ø 25 mm, 10,0 m

Förderwege:
Max. Förderweite ca. 50 m (objektbezogen und temperaturabhängig zu optimieren)

Spritzgerät:
Düsen-Ø 10 mm
Förderschläuche vor dem regulären Betrieb mit Kalkschlämme oder Kleister vorspülen!

Hinweis

Zum Schutz vor Regeneinwirkung während der Trocknungsphase das Gerüst gege­benenfalls mit Planen abhängen.

Gefahrenhinweise/Sicherheitsratschläge (Stand bei Drucklegung)

Dieses mineralische Pulverprodukt reagiert alkalisch. Reizt die Haut. Gefahr ernster Augenschäden.
Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Staub nicht einatmen.
Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden. Bei Be­rührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und den Arzt konsultieren.
Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen. Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat ein­holen und Verpackung oder Etikett vor­zeigen.

Entsorgung

Nur restentleerten Sack (rieselfrei) zum Recycling geben. Ausgehärtete Material­reste als gemischte Bau- und Abbruch­abfälle entsorgen.

Sicherheitsbezogene Daten / Gefahren- und Transportkennzeichnung

Siehe Sicherheitsdatenblatt.

Nähere Angaben

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden.

Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht aufgeführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Aussendienstmitarbeitern Rücksprache zu halten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.

KundenServiceCenter

Tel.: 043 399 42 22
Fax:  043 399 42 23
E-Mail: info@caparol.ch

Technische Information

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